Eugen reflektiert über die Erfahrung seine Weihe zum Subdiakon, insbesondere über seine Gedanken während der Allerheiligenlitanei. Obwohl er noch kein „Oblate“ ist, beschreibt er in der Sprache einer freudigen und großherzigen Hingabe (lat.: Oblation) seine Empfindungen – und er lädt seine Mutter ein, daran teilzuhaben.
„Ja, es ist sehr wahr, dass ich im Augenblick, als ich mit dem Gesicht zur Erde hingestreckt lag und die ganze Kirche Gott inständig bat, gnädigst auf uns seinen Geist mit all seinen Gaben herabsteigen zu lassen, ihn inständig bat, Sie zu segnen und Sie zu überzeugen, dass Sie Ihren Sohn, wenn Sie ihn freiwillig dem höchsten Herrn des Universums aufopfern, nicht verlieren, sondern ihn im Gegenteil für die ganze Ewigkeit gewinnen.
Wenn ich Ihnen jetzt die Freude beschreiben wollte, die der Herr an jenem glücklichen Tag in meiner Seele verbreitet hat, wäre das etwas Unmögliches. Die Art von Glück, die man in jenem Augenblick empfindet, ist unbeschreiblich, aber man darf nicht glauben, das sei vielleicht deshalb, weil die Spuren, die es hinterlässt, nur leicht und nicht tief sind, nein, keineswegs.
Der Zustand, in den einen die Weihegnade versetzt, ist stabil und beständig, und der Seele eigen, aber da sie ganz göttlich ist, kann man sie in Worten nicht ausdrücken, es fehlen die Begriffe. Das ist eine gewisse geistliche Fülle, das sind Wogen der Begeisterung zu Gott, das sind Genüsse, die die Seele überschwemmen. Was soll ich Ihnen noch sagen? Ich wiederhole, da ist ein ungeheueres Glücksgefühl, das man wohl lebhaft empfinden, aber über das man sich selbst nicht Rechenschaft geben kann, und noch weniger anderen.
Nach alledem soll man mir noch von der Erhabenheit des Opfers sprechen, usw. usw. Großer Gott! Ist das noch ein Opfer, wenn man fast nichts gibt, aber dafür alles erhält? Ich empfand das am Tag meiner Weihe so stark, dass ich Gott bat durch die Fürbitte der allerheiligsten Jungfrau und aller Heiligen, die in jenem Augenblick über uns angerufen wurden, die Fülle seiner Barmherzigkeit über mich auszubreiten und zu gestatten, dass ich ihm meine Freiheit und mein Leben aufopfere, die ihm ohnehin schon auf viele Titel hin gehörten. Wie wahr sind die Worte, die der Bischof an uns richtete, als er unser Gelübde entgegennahm, dass Gott dienen herrschen heißt!“
(Brief an seine Mutter in Aix,
geschrieben im Seminar St-Sulpice am 6. Januar 1810;
Oblate Writings XIV, Nr. 66)
Spontan dazu: gerade komme ich von der Feier des 60. Jahrestages der Priesterweihe von P. Angelo, einem italienischen Mitbruder. Zu erleben, wie fit dieser Mann ist; und wie er voller Freude von seiner Berufung und seinem Priestersein spricht – das wart schlichtweg ansteckend. Und eine gute Einleitung für die jungen Mitbrüder aus dem internationlen Scholastikat die ihre Exerzitien (mit ihm) für ihre Ewigen Gelübde am 8. Januar beginnen.