Entschuldigung

Aufgrund technischer Schwierigkeiten sind leider die Blogeinträge einiger Monate verlorengegangen. Wir arbeiten an einer Wiederherstellung und hoffen, bald die täglichen Betrachtungen fortsetzen zu können. Sollten Sie E-Mails mit Einträgen doppelt erhalten, bitten wir um Entschuldigung!

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Die Jugendkongregation: eine Familie, die vereint ist im Leben und im Tod

Eugens Beschreibung der Beerdigung des 13-jährigen Mitglieds der Jugendkongregation zeigt, wie die anderen Mitglieder die Verantwortung für seine Beerdigung und für das ernsthafte fürbittende Gebet in den Tagen nach seiner Beerdigung übernahmen.

„Gestern Abend um sechs Uhr hat Gott Victor Joseph Antoine Chabot zu sich gerufen. Alle Kongregationsmitglieder wurden sofort benachrichtigt, damit sie sogleich die Fürbitten für ihn verrichten konnten; zugleich wurden alle eingeladen, an der Beerdigung teilzunehmen, die heute stattfinden sollte. Man versammelte sich in der Kirche de la Madeleine. Der Herr Direktor schloss sich dem Herrn Pfarrer und den Herren Vikaren der Pfarrei an, er hielt den Gottesdienst. Alle zusammen begaben sich in das Haus des Verstorbenen. Die 13 Kerzen, die um den Leichnam standen, wurden an die Herren Würdenträger verteilt, die sich in der Prozession unmittelbar nach dem Zelebranten, nahe beim Leichnam und um ihn herum aufstellten, gefolgt von den anderen Mitgliedern der Kongregation, den Anwärtern und den Postulanten. Nachdem die sterblichen Überreste des Verstorbenen auf dem Friedhof abgestellt waren, reichte man jedem einzelnen der Kongregationsmitglieder den Weihwasserwedel, und bevor man mit Erde diesen Leib zudeckte, der in Anbetracht seiner Jugend scheinbar eine längere Lebenszeit erwarten konnte und man ihn nie von der Oberfläche der Erde hätte verschwinden lassen, sagte der Herr Direktor einige Worte, die ihm der Umstand eingab.

Dann rezitierten alle Kongregationsmitglieder auf den Knien das De Profundis und gingen dann sofort in die Kapelle der Kongregation, um dort die Totenvesper zu beten. Auf den ersten freien Donnerstag wurden das Requiem und das Brevier festgesetzt, das in der Kongregation gebetet werden muss; das wird der 13. dieses Monats sein. Inzwischen empfängt jedes Kongregationsmitglied, wie es das Reglement vorschreibt, eine hl. Kommunion für die Seelenruhe des Verstorbenen und wendet ihm zu demselben Zweck alle Ablässe, die er während der folgenden neun Tage gewinnen kann, zu.“

(Tagebuch des Jugendvereins in Aix, 1. April 1815;
Oblate Writings XVI)

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Begleitung der Sterbenden

Das junge Mitglied der Jugendkongregation kämpfte einen weiteren Monat mit dem Tod. Während dieser Zeit stattete Eugen ihm regelmäßige Besuche ab. Yvon Beaudoin kommentiert:

„Während seiner ersten Jahre als Priester begleitete Eugen diejenigen, die im Sterben lagen und die ihn darum baten, bis zum Tod. Fortuné von Mazenod schrieb am 1. April 1819 an Eugens Vater: ‚er verlässt diejenigen, die seiner Sorge anvertraut sind nicht für einen Moment, wenn sie in Todesgefahr sind‘“

Eugen schreibt im Tagebuch des Jugendvereins:

„Da das Kongregationsmitglied, das im vergangenen Monat seine Erste hl. Kommunion als Wegzehrung empfing, in den letzten Zügen liegt, versammelten sich die Herren Kongregationsmitglieder in der Kirche de la Madeleine, und als die Glocke seinen Todeskampf ankündigte, betete der Herr Direktor selbst, wie es der Artikel des Reglements vorschreibt, die Sterbegebete. Er verlässt den Sterbenden nicht, zu dem er fünf oder sechs mal am Tag geht, oft von einigen Kongregationsmitgliedern begleitet, die diesen Akt der Nächstenliebe gerne machen.“

(Tagebuch des Jugendvereins in Aix, 30. März 1815;
Oblate Writings XVI)

Noch ein Jahr zuvor führe diese Praxis beinahe zu seinem eigenen Tod, als er die Österreichischen Kriegsgefangenen begleitete, die an Typhus erkrankt waren.

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Wie eine zärtliche Mutter hat sie nichts unterlassen, um dem geliebten Sohn, den sie zur Frömmigkeit erzog, zu helfen

Eugen sah die Rolle der Jugendkongregation im Leben ihrer Mitglieder wie die Rolle der Mutter. Die Jugendkongregation existierte, um den jungen Männern zu helfen, dass sie zu menschlicher Reife gelangten, dass sie zu wirklichen Christen wurden und dass sie auf den Weg zur Heiligkeit gelangen konnten. Die Kongregation sollte eine Familie sein, die ihre Mitglieder eng vereinte und für jeden Einzelnen den Weg zum Heil erleichtern sollte. Als Eugen wenig später die Kongregation der Missionare gründete, wollte er, dass diese im gleichen Sinn wie eine Mutter sein sollte.

Der Tagebucheintrag über die Krankheit und den Tod eines der Mitglieder der Jugendkongregation zeigt, wie tief verwurzelt der Gedanke der gegenseitigen Sorge bei den jungen Männern war:

„Der heutige Tag wird denkwürdig bleiben in der Kongregation. Zum ersten Mal sah man den Tod die Tage eines Kongregationsmitgliedes bedrohen. Und unglücklicherweise ist es nur zu sicher, dass er seine Beute nicht loslässt. Die Krankheit, die unseren jungen Mitbruder befallen hat, lässt keine Hoffnung übrig. Er ist aufgegeben, und in wenigen Tagen wird er uns verlassen. Die Liebe der Kongregation war bei dieser traurigen Gelegenheit auf der Höhe ihrer Pflichten. Wie eine zärtliche Mutter hat sie nichts unterlassen, um dem geliebten Sohn, den sie zur Frömmigkeit erzog, zu helfen. Der einzige Trost, den sie erwarten kann, ist die Hoffnung, dass ihre Sorgen nicht ohne Erfolg für das ewige Heil dessen sein werde, den sie verlieren wird.

Es ist der Herr Victor Joseph Antoine Chabot, von dem die Rede ist. Dieser junge Mann von ungefähr 13 Jahren war seit mehreren Monaten Postulant, er bereitete sich darauf vor, in diesem Jahr seine Erste hl. Kommunion zu empfangen, als eine tödliche und unheilbare Krankheit ihm plötzlich ankündigte, dass seine Tage gezählt sind und das Ende seines Lebens bevorsteht. Der Herr Direktor machte es sich sofort zur Pflicht, ihn auf seine sehr nahe Erste hl. Kommunion vorzubereiten, die, leider, wahrscheinlich auch seine letzte sein wird. Da der junge Mann ausgezeichnete Dispositionen zeigte, wurde der heutige Tag für die Spendung der Sakramente für ihn bestimmt. Der Herr Direktor wurde mit Erlaubnis des Herrn Pfarrers der Kirche de la Madeleine damit beauftragt, sie zu spenden.

Nach den morgendlichen Übungen der Kongregation begaben sich die Würdenträger in Begleitung der aufgenommenen und einiger Probemitglieder, denen man erlaubte, sich den anderen zuzugesellen, in die Sakristei der Pfarrkirche. Der Herr Sakristan verteilte die Laternen an die Herren der Großen Sektion, der Herr Vizepräfekt nahm in Abwesenheit des Präfekten die eine Stange des Baldachins, der Bruder des Kranken trug die andere. So begab man sich in bewundernswerter Sammlung zum lieben Kranken.

Bevor der Herr Direktor ihm die Wegzehrung reichte, nahm er ihn als Mitglied in die Kongregation auf, nachdem dieser die Taufgelübde erneuert hatte. Auf diese Weise hatte er den Vorteil, den Vollkommenen Ablass zu gewinnen, den unser Heiliger Vater denen gewährt, die die Wegzehrung empfangen, nachdem sie den Übungen der Kongregation in Treue gefolgt waren.

Schon seit mehreren Tagen war allen Kongregationsmitgliedern vorgeschrieben worden, jeden Tag ein Gebet für den Kranken zu verrichten, das wird weiterhin geschehen, solange die Gefahr besteht, oder bis es Gott gefällt, über sein Leben zu verfügen. Der Herr Direktor spricht jeden Tag bei der hl. Messe ein Gebet für ihn. Es darf zur Erbauung der zukünftigen Kongregationsmitglieder nicht verschwiegen werden, dass der Kranke die Sakramente mit rührender Frömmigkeit empfangen hat; seine Ergebung in den Willen Gottes und seine Geduld im Leiden sind unbedingt zuverlässig; er wäre eine Zierde der Kongregation geworden, er wird ihr erster Fürsprecher im Himmel sein.“

(Tagebuch des Jugendvereins in Aix, 26. Februar 1815;
Oblate Writings XVI)

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Die Jugendkongregation dient dazu, es ihren Mitglieder zu erleichtern, sich besser kennen zu lernen und sich untereinander in Freundschaft zu verbinden

Seine Exerzitien beendete Eugen rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest – eine Zeit, die er wohl vorwiegend mit der Jugendkongregation von Aix verbrachte. Tatsächlich wuchs diese Gemeinschaft und dieser Dienst an der Jugend verschlang einen Großteil der Zeit und der Kraft Eugens. Da die Jugendlichen mehr wurden, entschloss Eugen sich, eine Abteilung für diejenigen einzurichten, die älter als 18 Jahre waren. Viele davon waren Studenten an der Universität.

„Da sich die Zahl der Kongregationsmitglieder (Postulanten) beträchtlich vermehrt hat, befinden sich unter den Anwärtern mehrere in reifem Alter. Der Herr Direktor hielt es daher für angebracht, mit ihnen eine Sonderabteilung zu bilden, die außer den allgemeinen Versammlungen der ganzen Kongregation alle Erste und Fünfzehnten des Monats zu einer Sondersitzung zusammenkommt.

Folgende Artikel wurden hierüber dem Reglement hinzugefügt: Die Kongregationsmitglieder, die 18 Jahre alt sind, bilden eine eigene Abteilung, die Erste Abteilung genannt wird. Außer den allgemeinen Versammlungen und den übrigen Übungen der Kongregation, an denen sie wie alle übrigen das Recht haben teilzunehmen, haben sie alle Erste und Fünfzehnten des Monats eine Sondersitzung, an der außer denen, die ihr Alter haben oder älter sind, sonst niemand teilnehmen darf…

Diese Versammlungen haben ein zweifaches Ziel. Sie dienen dazu, es ihren Mitglieder zu erleichtern, sich besser kennen zu lernen und sich untereinander in heiliger Freundschaft zu verbinden, zweitens sind sie auch nützlich in Bezug auf die Frömmigkeit, denn sie beginnen immer mit einer kurzen Unterhaltung, die der Herr Direktor über einen religiösen Gegenstand macht. Wenn wegen Abwesenheit des Herrn Direktors oder aus einem anderen Grund die Unterhaltung nicht stattfand, wird sie durch eine halbstündige Lesung aus einem Frömmigkeitsbuch ersetzt.“

(Tagebuch des Jugendvereins in Aix, 20. Februar 1815;
Oblate Writings XVI)

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Er kennt meine Anliegen, er ist mein Vater und ein allmächtiger Vater

Eugens Betrachtung richtet sich nun auf Gott als liebenden Vater – es gibt keinen anderen Vater als ihn. Später in seinem Leben sollte Eugen von seiner eigenen väterlichen Liebe zu seinen Oblaten sprechen, in der sich die väterliche Liebe Gottes wiederspiegelt.

„Und doch ist nichts vernünftiger, als mich in meinen Anliegen und in meinen Unternehmungen ganz Gott zu überlassen. Er kennt meine Anliegen, er ist mein Vater und ein allmächtiger Vater. Scit Pater vester caelestis quia his indigetis (euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht) (Mt 6,32). Er dirigiert alles im Universum; das kleinste Insekt bewegt sich nur mit seinem Willen; er hat selbst gesagt, dass meine Haare gezählt sind; welch eine Vorsehung für alles, was mein Heil betrifft, selbst für nebensächliche Dinge, die aber seinem Willen entsprechen. Ja, selbst für die Bedürfnisse meines Lebens, für das Gelingen meiner Angelegenheiten, mit einem Wort für alles; seine Liebe sorgt dafür, wenn mein Vertrauen grenzenlos ist. Nemo tam Pater (Niemand ist so sehr Vater).“

(Exerzitien im Dezember 1814 im Seminar von Aix;
Oblate Writings XV, Nr. 130)

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Unser Vater: dieses Wort führen wir so oft im Munde und leider so selten im Herzen

Die Betrachtung über das Evangelium von der Flucht nach Ägypten bringt Eugen zur Reflexion über seine Beziehung zu Gott, dem Vater. Dieser Gedanke liegt ihm nahe, da er selbst eine ausgezeichnete Beziehung zu seinem Vater, Charles Antoine von Mazenod, hatte. Eugen fühlte sich bei Gott, dem Vater, vollkommen „zu Hause“ und das spiegelte sich während seines Lebens in den Beziehungen zu seinen „Kindern“, den Mitgliedern der Kongregation der Oblaten und den Angehörigen der Diözese von Marseille, wider.

Da Eugen seine Eltern beide sehr liebte, litt er unter ihrer Trennung und sehnte sich nach Versöhnung – aber dazu kam es nie. Der heilige Eugen von Mazenod wird darum heute auch als Patron von Familien in Schwierigkeiten angerufen.

„Wenn unser Glaube lebendiger wäre, würden wir mit mehr Zuversicht dieses Wort sprechen, das wir so oft im Munde führen, und leider so selten im Herzen: “Vater unser, der du bist im Himmel.” Dieses tröstliche Wort, das wir mit dem Ausdruck zärtlicher Liebe und Dankbarkeit aussprechen sollten, ist die Grundlage aller unserer Hoffnungen, der tiefste Grund, den wir haben könnten, uns in aller Ruhe den Fügungen der Vorsehung anzuvertrauen. Da Gott unser Vater ist, liegt es an ihm, für alle unsere Bedürfnisse zu sorgen, und über die Gefahren zu wachen, die uns bedrohen, usw.

Unser anbetungswürdiger Heiland, der auch sein Sohn war (nicht nur Adoptivsohn, wie wir, sondern durch göttliche und ewige Geburt), hat uns das Beispiel gegeben für die Folgerungen, die wir aus dieser höchsten Prärogative ziehen dürfen. Sein ganzes Leben war für uns ein Vorbild für dieses kindliche Vertrauen auf den Willen seines Vaters.“

(Exerzitien im Dezember 1814 im Seminar von Aix;
Oblate Writings XV, Nr. 130)

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In jedem Geheimnis des Lebens Jesu gibt es eine besondere Tugend , die da aufleuchtet

Indem er den Betrachtungen von P. Nepveau folgt, stellt er nun die verborgenen Jahre im Leben Jesu in den Mittelpunkt. Die folgende Betrachtung zeigt uns, wie er die Beispiele und Tugenden im Leben Jesu zum Vorbild für sein eigenes Leben macht:

„Nachdem man im Allgemeinen den Plan, dem Heiland zu folgen und ihn nachzuahmen, aufgestellt hat, muss man im Einzelnen sehen, worin er nachgeahmt werden will, … Das werden wir in den Beispielen seines verborgenen Lebens sehen. Nun, obwohl es kein Geheimnis im Leben des Heilandes gibt, das uns keine Beispiele für alle Tugenden geben könnte, scheint es mir trotzdem, dass es in jedem Geheimnis eine besondere Tugend gibt, die da aufleuchtet.

Die Demut erscheint besonders in der Menschwerdung,

die Armut in seiner Geburt,

die Abtötung in der Beschneidung,

die Hingabe an den Willen Gottes in der Flucht nach Ägypten,

der Gehorsam in der Abhängigkeit von Maria und Joseph während der 30 Jahre seines verborgenen Lebens.

Das sind die fünf Tugenden, das Gegenstück zu den fünf hauptsächlichsten Hindernissen, die der Wiederherstellung der Ehre Gottes und seines Reiches in den Herzen des Menschen entgegenstehen, das heißt,

zum Stolz oder zur ungeordneten Ruhmsucht,

zum Geiz oder dem unersättlichen Verlangen nach Reichtum,

zur Sinnlichkeit oder der ungeordneten Vergnügungssucht,

zum Ehrgeiz oder dem eilfertigen Streben nach Beförderung und Anerkennung,

schließlich zum Geist der Unabhängigkeit, der immer seinem eigenen Willen folgen will;

das sind, sage ich, die fünf Tugenden, die den fünf Lastern direkt entgegenstehen, die der Gegenstand der folgenden Betrachtungen sind.“

(Exerzitien im Dezember 1814 im Seminar von Aix;
Oblate Writings XV, Nr. 130)

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Versuchen wir also, mein Benehmen dem Benehmen des göttlichen Vorbildes in allem gleich zu gestalten

Eugen fährt fort, über Jesus als Vorbild seines Lebens nachzudenken:

„Ohne alle Beschönigung: ich war ein Sünder, ein großer Sünder, und bin jetzt ein Priester. Außer, dass ich meinen Körper nicht mit Frauen besudelt habe, ein Übel, vor dem der gütige Gott mich wie durch ein Wunder bewahrt hat, bin ich in allem anderen den Grundsätzen einer verdorbenen Welt gefolgt. Das Schlechte ist vollbracht, das Gute ist, leider, erst noch zu tun. Was ich bisher getan habe, ist nicht der Mühe wert, erwähnt zu werden.

Die Öffentlichkeit täuscht sich, ich befinde mich weit unter meinen Verpflichtungen. Ich muss doppelt bezahlen, und wenn ich mein Benehmen dem meines Vorbildes nähere mein Gott! wie weit bin ich davon entfernt! Stolz, Jähzorn, Eigensucht usw. Ach, wie könnte ich sagen: Vivo ego iam non ego vivit enim in me Christus (Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir) (Gal 2,20).

Es gibt kein Mittelding; wenn ich Jesus Christus in der Ehre gleich sein will, muss ich ihm zunächst ähnlich sein in seinen Verdemütigungen, in seinem Leiden, ähnlich dem gekreuzigten Jesus; versuchen wir also, mein Benehmen dem Benehmen des göttlichen Vorbildes in allem gleich zu gestalten, um den Gläubigen folgende Worte des hl. Paulus sagen zu können: Imitatores mei estote sicut et ego Christi (Darum ermahne ich euch: Haltet euch an mein Vorbild, wie auch ich Christi Nachahmer bin) (1 Kor 4,16). Wenn ich diese Worte nicht auf mich anwenden kann, muss ich darauf verzichten, mit Jesus Christus in seiner Glorie zu herrschen.“

(Exerzitien im Dezember 1814 im Seminar von Aix;
Oblate Writings XV, Nr. 130)

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Jesus Christus zu folgen und ihn nachzuahmen

Am Ende der ersten Woche der Exerzitien von 1814 kommt Eugen in die nächste Phase: die Betrachtung des Lebens Jesu als Vorbild für sein eigenes Leben. Er beginnt diese Reihe von Betrachtungen:

„Nachdem wir in der ersten Woche erkannt haben, was unser letztes Ziel ist, und nachdem wir unsere Verirrungen bedauert haben, mussten wir ein großes Verlangen verspürt haben, den Weg des Heils zu beschreiten. Aber dafür braucht man einen Leitstern. Und diesen Leitstern gibt uns der hl. Ignatius in der zweiten Woche, wo er uns vorschlägt, die Tugenden des Lebens Jesu Christi nachzuahmen, und besonders in dieser ersten Betrachtung über das Reich Jesu Christi, wo er uns einen König vorstellt, der seine Leute auffordert, ihm in den Kampf zu folgen.“

(Exerzitien im Dezember 1814 im Seminar von Aix;
Oblate Writings XV, Nr. 130)

Der Gedanke, die Tugenden und Beispiele des Lebens Jesu zu betrachten, war ein wesentlicher Teil von Eugens Spiritualität. Während seines ganzen Lebens war die Betrachtung am Morgen immer eine Betrachtung des Evangeliums. Als Seminarist schrieb er über seine Betrachtungsmethode:

„Mich selbst dem gekreuzigten Jesus ähnlich machen.

Das ist wie ein Maler, der ein Modell abmalt.

Er setzt das Modell in das beste Licht,

betrachtet es sorgfältig,

konzentriert sich darauf,

versucht sein Bild in seinem Geist einzuschreiben,

dann zieht er einige Linien auf dem Papier, die er mit dem Original vergleicht,

dann macht er Korrekturen, bis er zufrieden damit ist, so dass es dem Original entspricht und dann fährt er fort…“

(Unveröffentlichte Notizen aus dem Archiv des Generalhauses der Oblaten in Rom)

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